Bürgermeister vor Ort 06.09.2021

Wachtbergs Bürgermeister Jörg Schmidt in Arzdorf vor Ort.

Am Montag 06.09.21 war Bürgermeister Jörg Schmidt in Arzdorf. Er wurde herzlich empfangen von über fünfzig Arzdorfer Bürgern und den Mitgliedern des Arzdorfer Ortsausschusses. Der Arzdorfer Bürgerverein hatte im Vorfeld die Themen gesammelt, die die Arzdorfer mit ihrem Bürgermeister besprechen wollten.

Ortsausschussmitglieder auf dem Arzdorfer Spielplatz

So entspann sich eine lebhafte Diskussion zu den aktuellen lokalen Fragen. Dieter Klocke, Vorsitzender des Bürgervereins Arzdorf, moderierte die Fragen und benannte mit dem beantragten Bauvorhaben „Remagener Weg“ einen ersten intensiv diskutierten Punkt. Der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes und der Umwandlung von landwirtschaftlicher Fläche in Bauland sei zwar wohlwollend von der Bezirksregierung beschieden worden, aber im Ausschuss für Infrastruktur und Planung zunächst zurückgestellt worden. Ein zweiter Änderungsantrag liege noch bei der Bezirksregierung. Die Vorstellungen des ersten Bauherrn, zwölf Wohneinheiten mit Zuwegung über den „Remagener Weg“ zu schaffen wurde von den anwesenden Arzdorfern einhellig abgelehnt. Das Hochwasser nach dem Starkregen 2016 habe gezeigt, dass dann die Bewohner der östlichen Neubaureihe einer Gefahr für Leib und Leben unterlägen. Dazu komme, dass der „Remagener Weg“ stark durch landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt werde, die, bei der zu erwartenden kritischen Parkplatzsituation für die Neubausiedlung, durch Autos behindert würden. Zudem sei die Parkplatzsituation jetzt bereits ausgereizt. Bei der anschließenden Ortsbegehung durch die Ortsausschussmitglieder wurde die Idee, die Zuwegung von einem Stichweg des „Antoniusweges“ zu führen, als brauchbare Alternative identifiziert.

Zum neuesten Sachstand der Planung von Windenergieanlagen zwischen Arzdorf, Fritzdorf und Adendorf konnte Bürgermeister Jörg Schmidt wenig Neues vermelden. Die für den Bau erforderlichen Gutachten seien noch nicht von der Gemeinde in Auftrag gegeben. Über die Bemühungen der potenziellen Investoren sei nichts bekannt. NRW habe festgelegt, dass der Abstand der Windräder von Ortschaften auf eintausend Meter begrenzt sei. Die Gemeinde werde dieses Thema weiterhin aktiv verfolgen. Windenergieanlagen mit Höhen von über zweihundertvierzig Meter seien nicht im Interesse der Wachtberger Bürger. Die Beeinträchtigungen durch Schlagschatten träfen die Niederbachemer genauso wie die Arzdorfer, so der Bürgermeister.

Nachdem die Wirtschaftswege zwischen Arzdorf und Adendorf, die zugleich als Radwege ausgewiesen sind, inzwischen asphaltiert seien, so Jörg Schmidt, werde als nächster Schritt der Ausbau der Radwege von Berkum nach Arzdorf erfolgen. Ziel sei ein Baubeginn noch im Oktober. Der zwischen Arzdorf und Fritzdorf stark genutzte Wirtschaftsweg östlich der L 267 (Fritzdorfer Straße) ist 2015 unter ökologischen Aspekten erneuert worden. Da er nicht asphaltiert ist, von Reitern genutzt wird, weist er so starke Dellen auf, dass er vor allem bei nassem Wetter ungeeignet für Fahrrad, Kinderwagen und Rollator ist. Davon konnte sich der Ortsausschuss bei der Ortsbegehung überzeugen. Eine Asphaltierung werde geprüft.

Ein weiterer Wunsch der Arzdorfer ist die Verbesserung der Spielplatzsituation. Sehr viele junge Familien nutzen diesen dörflichen Treffpunkt, um mit ihren kleinen Kindern Abwechslung in das zum Teil doch triste, isolierende Corona Dasein zu bringen. Ein weiteres Spielgerät und eine zusätzliche Sitzgelegenheit seien erforderlich. Um die kleinen Kinder im Sand von allen Seiten umsorgen zu können, sei eine Bank in der Nähe des Spielplatzeinganges erforderlich. Da die Spielgeräte strengen Normen unterlägen, wünschen sich die Arzdorfer Mütter eine fachliche Beratung und eine Beteiligung bei der Ergänzung des Spielplatzes.

Auch der Zustand der Straßen und Wege in Arzdorf waren Thema. Löcher im Asphalt „Remagener Weg“, „Villiper Weg“, Antoniusweg“, „Am Ring“ seien nicht nur optisch unangenehm, sondern gefährdeten Rollator Nutzer. Hier sei dringender Handlungsbedarf. Bürgermeister Schmidt versprach zu prüfen, ob eine nutzungssichere Instandsetzung vorzeitig erfolgen könne, da die Gemeinde ja auch bei entsprechenden Unfällen in Regress genommen werden kann.

Der Bürgerverein Arzdorf wies noch einmal darauf hin, dass die Dorfgemeinschaft in den letzten Jahren einiges zur Dorfverschönerung beigetragen habe. Man habe in Eigenarbeit und mit hohem eigenem finanziellem Einsatze den Dorfplatz, den Arzdorfer Treff mit dem Lehrer Welsch Saal und auch das Friedenskreuz an der Ecke „Remagener Weg“ erneuert. Entstehende Kosten seien durch Crowd Funding oder Vereinskasse ohne Inanspruchnahme der Gemeinde beglichen worden. Jetzt sei es an der Zeit, anstehende Renovierungsarbeiten im Lehrer Welsch Saal durch die Gemeinde in Auftrag zu geben. Nachdem in einigen Orten wie Niederbachem oder Pech kostenintensive Renovierungen stattgefunden hätten, sei es auch im Arzdorfer Treff erforderlich, eine Spülmaschine und einen Kühlschrank zu erneuern; die Tische müssten fachmännisch aufgearbeitet werden und ein neuer Fußboden müsste im Lehrer Welsch Saal verlegt werden. Das Thema soll in der nächsten Ortsausschusssitzung behandelt werden.

Ein weiterer schwierig zu lösender Punkt ist die Verkehrssituation in Arzdorf. Die beiden Landstraßen L 267 und L 123 kreuzen Ortsmitte. Nicht nur wegen des Unwetters vom 14./15.7.2021 an der Ahr, ungehen viele Autofahrer die BAB 61 und so fahren in der Folge zu viele Fahrzeuge zu schnell durch den Ort. Arzdorfer Bürger berichten, dass Autofahrer über die Gehwege fahren und dabei vor allem an den Bushaltestellen Schulkinder und Senioren gefährden. Der Wunsch nach Tempo 30 in Arzdorf sei zwar verständlich, so der Bürgermeister, aber entscheiden müsse das der Kreis. Dessen Argument sei, wo 50 km/h gefahren werden könne, müsse man dies auch erlauben. In einer regen Diskussion forderten die Arzdorfer Bürger, dass die Gemeinde noch einmal nachdrücklich beim Kreis die Tempo 30 Regelung fordern möge und zugleich noch einmal Geschwindigkeitsmessungen beantragen solle.

In dieser Verkehrssituation schlagen auch die fehlenden Parkplätze im Ortskern zu Buche. Wird auf beiden Straßenseiten geparkt, fahren die Autofahrer Slalom. Am Villiger Weg ist dies besonders gefahrvoll, weil die Autofahrer, wenn sie auf der Gegenfahrbahn fahren, die entgegenkommenden Fahrzeuge nach der Kurve nicht sehen können. Die Ausfahrten der landwirtschaftlichen Gehöfte stellen eine weitere Gefahr dar. Wird zur Lösung der Verkehrssituation eine Straßenseite mit einem Parkverbot belegt, fahren die Autos dieser Seite Rennen. Bürgermeister Jörg Schmidt betonte, dass er sich persönlich für eine konzeptionelle Lösung einsetzen werde und versprach einen Lösungsansatz noch im Oktober anzugehen. Dieses Projekt werde aber wohl neun Monate bis zu einer Lösung brauchen. Lieber Bürgermeister, wir laden Sie gerne ein, im Juli 2022 uns in Arzdorf die Lösung vorzustellen.

Alles in allem war der Bürgermeister vor Ort nicht nur gern gesehener Gast in Arzdorf, sondern auch aufmerksamer Zuhörer und wird von den Arzdorfern gerne als Problemlöser angenommen.