Kloatscheeten 27.02.2016

 

Vor dem Beginn...
Vor dem Beginn…

Bei Kaiserwetter versuchten sich die Mitglieder des Arzdorfer Bürgervereins am Samstag, 27.02.2016, an einer norddeutschen Sportart. Auf einer etwa fünf Kilometer langen Strecke kämpften zwei Gruppen des Bürgervereins Arzdorf mit je acht Sportlern gegeneinander. Der Parcours rund um Arzdorf konnte unter guten Bedingungen bewältigt werden. Auf dem trockenen Boden sprang und rollte der Kloat mit großer Dynamik. Nach jeder Runde konnte bei Gespräch und kühlen Getränken entspannt werden.

Andi vor dem großen Wurf
Andi vor dem großen Wurf

Nach mehr als zwei Stunden fordernden Sports trafen die Teilnehmer mit weiteren Mitgliedern des Bürgervereins zusammen, um den Tag in großer Runde mit einem zünftigen Grünkohlessen mit roten Beeten und Essiggurken zu beenden. Eine Grünkohlvariante, wie man sie aus Westfalen kennt.

Pause muss sein.
Pause muss sein.

Kloatscheeten ist ein uralter Brauch, über dessen Beginn aber wenig bekannt ist. In zufällig gefundenen Einträgen in einem Kirchenratsprotokoll aus den Jahren 1630 und 1631 wird bereits der Kloet und das „Spielen mit dem Bollen und Kloet“ erwähnt. Auf dem deutschen Turnfest in Leipzig wurde das Kloatscheeten 1913 als Sportart vorgestellt. Das Sportgerät ist der Kloat, eine etwa 380 bis 450 Gramm schwere und 40 bis 45 Millimeter dicke, abgerundete Scheibe im Durchmesser von 70 bis 80 mm. In der Mitte befindet sich ein Bleikern. Er wird mit einem Unterschulterwurf möglichst weit geworfen, um durch das anschließende Ausrollen dann an Länge zu gewinnen.

P1010944(2)Von November bis Ende März ist die Saison der Hobby-Kloatscheeter in Norddeutschland. Das Gesellige steht hierbei ganz eindeutig im Vordergrund. Vor Spielbeginn werden zwei Mannschaften gebildet und die Reihenfolge der Werfer ausgelost. Die Strecke führt über Wirtschafts- und Feldwege. Begonnen wird mit dem ersten Spieler einer Mannschaft, der den Kloat mit Schwung über die Strecke rollt. Der erste Werfer der gegnerischen Mannschaft versucht mit einem zweiten Kloat eine weitere Strecke zu schaffen. Der jeweilige Endpunkt des Wurfes ist der Startpunkt für den nächsten Spieler der gleichen Mannschaft. Gewonnen hat die Mannschaft, deren Kloat nach einem Durchgang die weitestete Strecke zurückgelegt hat.

Die norddeutscher Sitten und Gebräuche wurden einstimmig gelobt. „Auch Westfalen können Frohsinn, Geselligkeit und Sport miteinander in Einklang bringen“, so der Organisator Dieter Klocke. Bereits im vierten Jahr findet dieser gesellige Tag in Arzdorf großen Anklang. Professor Dr. Roland Vorreuther befand, dass ab sofort „Kloatscheeten“ als rheinische Tradition vereinnahmt wird. Für den Samstagabend wurde ein Public Viewing in Arzdorf vereinbart, um den Fernsehfilm „Klootschießen“ gemeinsam zu sehen.

Der Grünkohl schmeckt
Der Grünkohl schmeckt